Cardfight!! Vanguard (2018) Episode 6 English Sub | Antivírus | Miss March
Gesund leben
Ohrendruck

Foto © iStock.com, master1305

Tipps zur Behandlung

Druck auf den Ohren • So wird man Ohrendruck los

  • Artikel vom 02. Oktober 2018

Er kann einem den Flug in den Urlaub vermiesen oder bei Erkältungen als zusätzliche Beschwerde auftauchen – Druck auf den Ohren ist ein unangenehmes Gefühl. Meist reichen simple Tricks, um ihm entgegenzuwirken.

Jedem, der schon einmal in einem Flieger saß, wird diese Situation wahrscheinlich bekannt vorkommen: Spätestens, wenn das Flugzeug mit dem Landeanflug beginnt, macht sich ein unangenehmes Gefühl im Hörorgan bemerkbar – Druck auf den Ohren. Doch was passiert da gerade eigentlich in unserem Körper und wie geht der störende Ohrendruck wieder weg?

Ursachen von Ohrendruck

Die Ohrtrompete, auch "Eustachische Röhre" oder "Tuba auditiva" genannt, ist ein kleines Verbindungsstück zwischen Mittelohr und Rachenraum, das für die Belüftung und den Druckausgleich im Ohr verantwortlich ist. Normalerweise öffnet sie sich beim Schlucken oder Gähnen und lässt Luft hindurch. Es gibt jedoch besondere Situationen, in denen die Ohrtrompete erst auf unsere Unterstützung angewiesen ist, um ihrer Arbeit weiter nachgehen zu können. Sitzt man zum Beispiel im Flugzeug oder macht einen Tauchgang, verändert sich der Außendruck und die Röhre hat Mühe, den Druckunterschied auszugleichen. Im Ohr entsteht ein Unterdruck und das Trommelfell presst sich gegen das Innenohr – das macht sich dann als Druck auf den Ohren bemerkbar. Menschen mit engen Röhren können auf Druckunterschiede in Höhenlagen empfindsamer reagieren als andere.

Ebenso sind ein Pfropf aus einer zu großen Menge Ohrenschmalz oder Probleme mit dem Kiefergelenk als Auslöser für Ohrendruck denkbar.

Druck auf den Ohren bei Erkältungen

Erkältungskrankheiten wie ein Schnupfen (Rhinitis) lösen Druck auf den Ohren aus, weil die Schleimhäute angeschwollen sind. Auch Allergien können eine solche Anschwellung bewirken und zu erhöhtem Druck in den Ohren führen.

Bei einer Mittelohrentzündung kommt es besonders häufig bei Kindern unter zehn Jahren zu einem sogenannten Paukenerguss (akuter Tubenkatarrh). Hierbei sammelt sich Flüssigkeit in einem Hohlraum des Mittelohrs – der Paukenhöhle – und löst neben einer Hörminderung den lästigen Ohrendruck aus.

Was tun bei Druck auf den Ohren?

Normalerweise hält Druck auf den Ohren nur kurzzeitig an. Braucht die Ohrtrompete aber zum Beispiel im Flugzeug etwas Nachhilfe, erleichtern ihr zwei Funktionstests aus der Medizin den Druckausgleich:

• Valsalva-Manöver: Der Mund ist geschlossen, Sie halten sich die Nase zu und versuchen dabei auszuatmen.
• Toynbee-Manöver: Der Mund ist geschlossen, Sie halten sich die Nase zu und versuchen dabei mehrfach zu schlucken.

Eine funktionierende Ohrtrompete öffnet sich bei diesen Manövern: Der Druck in der Paukenhöhle ändert sich, das Trommelfell bewegt sich – bei Ihnen macht sich dies durch ein typisches Knackgeräusch bemerkbar.

Da Babys und Kleinkinder selbst noch keinen Druckausgleich durch die Manöver herbeiführen können und sich ihre Körperfunktionen erst in der Entwicklung befinden, gilt für sie im Flugzeug: Während Start und Landung trinken! Das ständige Schlucken führt dazu, dass sich die Ohrtrompete öffnet und der Druckunterschied stets ausgeglichen wird. Doch auch bei Erwachsenen reichen die Druckausgleichsübungen nicht immer aus, um den Ohrendruck abzubauen und die Verstopfung zu lockern. Sitzen Sie zum Beispiel mit einer Erkältung im Flugzeug, können Sie den Druck auf den Ohren durch abschwellende Nasensprays mindern. So schützen Sie Ihr Trommelfell vor Rissen, die im schlimmsten Fall entstehen können.

Druck auf den Ohren geht nicht weg – und jetzt?

Bei dauerhaftem Ohrendruck empfiehlt der Deutsche Bundesverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte, einen Facharzt aufzusuchen. Er kann durch Ohren- und Nasenspiegelung der Ursache auf den Grund gehen. Ein Hörtest macht darüber hinaus auf weitere Beeinträchtigungen aufmerksam.

Laut Experten kann ein ständiges Druckgefühl, das sich nicht ausgleichen lässt, Folge einer Belüftungsstörung der Ohrtrompete sein. Es heißt, diese permanente Funktionsstörung sei nicht nur unangenehm, sondern führe auch zu Hörstörungen. Außerdem ist es möglich, dass die Selbstreinigung des Mittelohrs dadurch behindert wird, Krankheitserreger leichter eindringen, sich vermehren und eine chronische Mittelohrentzündung entsteht.

Solche funktionellen Tubenverschlüsse können mit dem modernen Verfahren der Ballondilatation behandelt werden, wenn Hausmittel wie Nasenspülungen nicht mehr ausreichen. Bei diesem Verfahren wird die Engstelle in der Ohrtrompete durch die Einführung eines Katheters gedehnt, um den Ohrendruck zu bessern und das Hörvermögen zu normalisieren.

Druck auf den Ohren und Schwindelgefühl

Treten neben dem Ohrendruck noch weitere Symptome wie wiederkehrende Drehschwindelattacken, Ohrgeräusche oder eine zunehmende Hörminderung auf, könnte Morbus Menière, ein anfallartiger Drehschwindel, dahinterstecken. Schuld an dieser Erkrankung ist eine Störung des Austausches der Innenohrflüssigkeiten. Auch hier rät der Bundesverband der Hals-Nasen-Ohrenätze bei entsprechenden Symptomen, einen Arzt aufzusuchen.

Bei einem Hörsturz entsteht ebenfalls ein Druck auf den Ohren. Dieser tritt allerdings ganz plötzlich auf – meist nur auf einem Ohr und oft begleitet von weiteren Symptomen wie Schwindel. Umgebungsgeräusche werden von jetzt auf gleich nur noch gedämpft wahrgenommen. Experten diskutieren teilweise kontrovers, ob Stress ein eindeutig begünstigender Risikofaktor für einen Hörsturz ist. Zumindest wird angenommen, dass dauerhafter, übermäßiger Stress sich allgemein negativ auf unser Hörorgan auswirken kann. Wer Symptome bemerkt, sollte auch zum Schutz seines Gehörs frühzeitig Maßnahmen zur Stressreduktion ergreifen und sich von einem Arzt beraten lassen.

Quellen: Franzen, A.: Hals-Nasen- und Ohren-Heilkunde: Kurzlehrbuch. Elsevier, Urban & Fischer Verlag, 2007; Online-Informationen des Deutschen Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenätze e.V.: www.hno-aerzte-im-netz.de

Autor: Viola Booth