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Gesund leben
Lidzucken

Lidzucken / Foto © iStock.com, seb_ra

Ursachen & Hilfen

Lidzucken • Zehn Tipps gegen das störende Flattern

  • Artikel vom 11. September 2018

Plötzliches Lidzucken am Auge kann zwar ganz schön nervig sein, ist in der Regel aber kein Grund zur Sorge. Warum man sich in hektischen Zeiten trotzdem eine Extraportion Entspannung gönnen sollte.

Dass wir unsere Umwelt mit den Augen wahrnehmen können, haben wir einer komplexen Leistung unseres Gehirns zu verdanken. Spezielle Verarbeitungsprozesse machen es möglich, dass unser Sehorgan pro Sekunde bis zu zehn Millionen Informationen aufnimmt und an das Gehirn weitergibt. Damit das Auge dieser wichtigen Funktion nachgehen kann, dienen ihm verschiedene Hilfseinrichtungen bei seiner Arbeit. Dazu gehören unsere Augenlider (Palpebrae), die den Augapfel schützend bedecken. Die Muskeln an den Augenlidern sorgen dafür, dass sie sich öffnen und schließen. Durch diesen regelmäßigen Lidschlag bildet sich ein Tränenfilm, der die Oberfläche des Auges benetzt, sie geschmeidig hält und Fremdkörper einfach wegspült.

Die Muskulatur an den Augenlidern ist sehr sensibel: Schon kleine, von außen kaum sichtbare Veränderungen wie das unfreiwillige Zusammenziehen der Muskulatur bringen uns aus dem Konzept. Das störende Phänomen kann sich sowohl am Ober- als auch am Unterlied bemerkbar machen und kommt zur gleichen Zeit meist nur an einem der beiden Lider vor. Augenzucken tritt scheinbar aus dem Nichts auf: Auf einmal fängt es unkontrolliert an zu flattern und lässt sich nicht unterdrücken. In der Fachsprache wird ein solches Muskelzucken als gutartige Faszikulation bezeichnet.

Ursachen für Lidzucken – meist nur harmlos

Obwohl das Lidzucken von außen kaum erkennbar ist, macht es Betroffenen schnell zu schaffen: Das Flattern wird als sehr lästig empfunden und bereitet große Sorgen. In der Regel sind diese aber unbegründet: "Die Zuckungen sind zumeist harmlose Überlastungsreaktionen, gefördert durch trockene Augen", lautet es hierzu in einer Pressemitteilung der Initiative Kuratorium Gutes Sehen (KGS). Auch das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) meldet: "Beim zuckenden Augenlid handelt es sich um eine nervöse Störung, die häufig durch eine erhöhte Belastung im Alltag ausgelöst wird." Eine solche Überbelastung kann infolge verschiedener Auslöser entstehen – Stress auf der Arbeit, innere Unruhe, Angst, Schlafmangel oder Liebeskummer.

Darüber hinaus kommen weitere Ursachen für das Lidzucken infrage. So kann etwa die Zugluft während einer Cabriofahrt das Augenzucken auslösen, weil die Nerven dabei gereizt werden. Auch Nervengifte wie Alkohol oder Nikotin können sich auf diese Weise bemerkbar machen – und selbst zu viel Kaffee lässt die Lider manchmal zucken. Genau wie eine ungesunde, einseitige Ernährung, die zu einem Mangel an Magnesium und B-Vitaminen führt. Besonders der Mineralstoff Magnesium ist für eine gute Muskel- und Nervenfunktion bedeutsam. Allerdings gibt die Verbraucherzentrale zu bedenken, dass es sich nicht bei jedem Muskelkrampf automatisch um einen Magnesiummangel handelt – dieser würde in Deutschland sogar eher selten vorkommen. Bitten Sie im Zweifelsfall Arzt oder Apotheker um Rat.

Bildschirmarbeit – eine Ursache für Lidzucken?

Trockene Augen sind für viele Menschen ein Problem – die Augenärztliche Akademie Deutschland spricht hier sogar von einer Volkskrankheit. Eine Ursache für trockene Augen kann unter anderem tatsächlich die stundenlange Arbeit am Bildschirm sein: Das ständige Starren auf den Monitor führt dazu, dass wir weniger Blinzeln. Dabei ist gerade das für die Bildung des Tränenfilms von Bedeutung, um der Innenseite der Lider, der Bindehaut und der Hornhaut einen reibungslosen Funktionsablauf zu gewährleisten.

Lidzucken: Wann zum Arzt?

Ob Schlafmangel oder zu viel Kaffee: Wer die harmlosen Ursachen für das nervige Augenzucken enttarnt, kann selbst gegensteuern – mit einer Dosis Schlaf, Entspannungsmaßnahmen oder gesunder Ernährung. Meist verschwindet das Lidzucken ohnehin schon nach kurzer Zeit von alleine. "Zuckt das Augenlid hingegen regelmäßig über vier bis sechs Wochen, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden", empfiehlt das Deutsche Grüne Kreuz in einer Meldung. In solchen Fällen geht es darum, körperliche Ursachen auszuschließen: Kurz- oder Weitsichtige tragen möglicherweise die falsche Brille und überanstrengen auf diese Weise ihre Augen, gleichzeitige Rötungen und Schmerzen machen auf eine Bindehautentzündung aufmerksam. Selten stecken ernstere Erkrankungen wie Bluthochdruck, eine Schilddrüsenüberfunktion oder neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS) dahinter – hier tritt das Lidzucken in Verbindung mit anderen Symptomen auf.

Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands rät dazu, Kontrolluntersuchungen zur Vorsorge wahrzunehmen. Symptome wie starke Augenschmerzen, plötzliche Sehverschlechterung, Wahrnehmen von Lichtblitzen oder ein Fremdkörpergefühl im Auge sind Signale, bei denen immer ein Arzt aufgesucht werden sollte.

Zehn Tipps, die bei Lidzucken helfen

1. Gesunde, ausgewogene Ernährung
Schon in der Kindheit haben die Eltern gepredigt, Möhren seien gut für die Augen? Im Gegensatz zu Popeye und seinem starkmachenden Spinat ist da tatsächlich etwas Wahres dran. Bestimmte Lebensmittel schmecken den Augen extrem gut – Feldsalat, Zitrusfrüchte, Brokkoli, Grünkohl, Paprika und eben die hochgelobten Karotten.

2. Endlich rauchfrei
Nikotin mag das Auge hingegen gar nicht. Kein Wunder, denn durch den Konsum verschlechtert sich die Durchblutung. Rauchen ist außerdem ein Risikofaktor für die Entstehung von Augenerkrankungen wie die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), die im schlimmsten Fall zum vollständigen Verlust der Sehkraft führt. Rauchfrei zu werden, ist natürlich eine Herausforderung, die sich für die eigene Gesundheit jedoch allemal lohnt. Raucher, die Unterstützung beim Aufhören brauchen, finden hier ein motivierendes Ausstiegsprogramm der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.rauch-frei.info.

3. Alkohol in Maßen
Wie Nikotin ist auch Alkohol ein Nervengift, das Lidzucken hervorrufen kann. Eine südkoreanische Studie fand sogar heraus, dass Alkoholkonsum den Tränenfilm unterbricht und deshalb zu trockenen Augen führen kann. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) empfiehlt gesunden Erwachsenen eine Obergrenze von maximal zwölf Gramm Alkohol pro Tag bei Frauen (das entspricht 0,1 Liter Wein oder 0,25 Liter Bier) und maximal 24 Gramm pro Tag bei Männern, außerdem mindestens zwei alkoholfreie Tage in der Woche.

4. Weniger Kaffee trinken
Kaffee-Liebhaber? Wenn das Auge zuckt, war es vielleicht ein Tässchen zu viel! Schließlich ist das Genussmittel nicht umsonst als Wachmacher bekannt: Das enthaltene Koffein regt an und belebt. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) spricht nichts gegen drei bis vier Tassen pro Tag.

5. Auf Erholung achten
Zwischen Job, Familie und Haushalt kommt die Entspannung meist zu kurz. Dabei sind Auszeiten extrem wichtig, um lästiges Lidzucken zu vermeiden. Allerspätestens, wenn die Augen schon flattern, ist das ein Warnsignal des Körpers: Bitte jetzt einen Gang herunterschalten. Yoga, Meditation oder Autogenes Training kann helfen, im Trubel gelassen zu bleiben. Außerdem gilt: Auch zwischendurch regelmäßig Pausen einlegen. Wer bis zum Sommerurlaub erst einmal sechs Monate durchpowert, wird auch in den Ferien nicht die nötige Entspannung finden.

6. Hilfe bei Stress, Kummer und Sorgen
Nicht immer gelingt es, sich so einfach von Stress zu befreien und loszulassen. Wer Probleme damit hat, sollte nicht zögern, eine professionelle Beratung etwa in Form einer Psychotherapie in Anspruch zu nehmen. Stress ist nicht nur der Auslöser von Lidzucken, sondern führt auch zu Kopf- und Rückenschmerzen oder Burn-out. Bei depressiven Verstimmungen kann Expertenrat ebenfalls sehr hilfreich sein.

7. Ausreichend Schlaf
Zwischen sieben und neun Stunden Schlaf – das gilt als optimal. Wie viel Schlaf ein Mensch jedoch genau benötigt, ist abhängig von Alter und Geschlecht. Ob man zu wenig Zeit in den Federn verbracht hat, lässt sich allerdings meist sofort feststellen: Neben dem Lidzucken kommt es zu brennenden Augen, Reizbarkeit, Abgeschlagenheit und Einbußen bei Konzentration und Leistungsfähigkeit. Machen sich diese Symptome bemerkbar, wird es Zeit früher ins Bett zu gehen oder mal wieder richtig auszuschlafen und auch in Zukunft auf eine regelmäßige Schlafroutine zu achten.

8. Viel Bewegung
Sport wirkt sich gleich auf mehrere Arten positiv aus: Er fördert die Durchblutung der Augen und baut Stress ab. Zuckt das Auge nach den Sporteinheiten, kann dies wiederum ein Anzeichen für Überanstrengung sein. Möglicherweise braucht der Körper aufgrund eines intensiven Trainings auch mehr Magnesium. Bitten Sie hier Ihren Apotheker um Rat, er kann Ihnen eine entsprechende Dosierung der Präparate für Ihren individuellen Fall empfehlen. Vorsicht ist bei bestimmten Krankheiten oder der Einnahme von Medikamenten geboten. In solchen Fällen empfiehlt sich erst eine ärztliche Beratung, bevor zur Nahrungsergänzung gegriffen wird.

9. Magnesiumreiche Kost
Die Verbraucherzentrale rät bei frei verkäuflichen Magnesiumpräparaten ohnehin zur Vorsicht, um Überdosierungen zu vermeiden. Hier heißt es: "Mit 2 Portionen Obst und 3 Portionen Gemüse täglich sowie reichlich Vollkornprodukten sichern Sie Ihre Magnesiumzufuhr. Auch eine kleine Handvoll Nüsse über den Tag verteilt stellt eine gute Magnesiumquelle dar." Auf den Speiseplan gehören außerdem magnesiumreiche Lebensmittel wie Bananen, Himbeeren, Haferflocken, Vollkornbrot, Artischocken, Kartoffeln oder Erbsen. Die empfohlene Tagesdosis Magnesium beträgt laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung 300 Milligramm für Frauen und 350 Milligramm für Männer in einem Alter von 25 bis 65 Jahren und älter. Für Schwangere und stillende Mütter können die Angaben abweichen.

10. Training für die Augen
Bildschirmarbeit kann die Augen belasten. Neben der optimalen Einrichtung des Arbeitsplatzes ist es deshalb ratsam, ihnen regelmäßig eine Auszeit zu gönnen. Schon einfache Übungen wirken der Überanstrengung effektiv entgegen: Augenrollen, mit den Augen eine Acht formen, die Augen schließen und mit vorgehaltenen Händen komplett verdunkeln, gähnen oder in die Ferne schauen.

Quellen:
Kim JH, Kim JH, Nam WH, Yi K, Choi DG, Hyon JY, Wee WR, Shin YJ.: Oral alcohol administration disturbs tear film and ocular surface. (ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22330961);
Online-Informationen des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands e. V. (BVA): augeninfo.de, der Augenärztlichen Akademie Deutschland (aad.to), des Deutschen Grünen Kreuz (DGK, dgk.de) und der Verbraucherzentrale NRW e.V.: (verbraucherzentrale.de, alle abgerufen am 30.08.2018);
Pressemitteilung des Kuratoriums Gutes Sehen e. V. vom 23.02.2017: Harmlose Sehstörung oder gefährliche Krankheit (sehen.de);

Autor: Viola Booth