Gesund leben
Magenkrämpfe

Foto © iStock.com, baona

10 Tipps zur Vorbeugung

Magenkrämpfe • Mögliche Ursachen & Behandlung

  • Artikel vom 13. August 2018

Wenn der Magen krampft, kann das ganz schön wehtun. Doch was genau ist schuld daran, dass es in unserer Mitte plötzlich schmerzt? Die Ursachen von Magenkrämpfen sind vielfältig – sie richtig zu deuten ein Fall für den Experten.

Wie aus dem Nichts tritt ein starker Schmerz in der Magengegend auf. Alles krampft sich zusammen, wird nach einer Weile besser und schmerzt auf einmal wieder erneut. Vielleicht haben auch Sie solche Magenkrämpfe schon einmal bei sich selbst verspürt. Obwohl der Magen mit seinem Fassungsvermögen von fast zwei Litern ziemlich robust erscheint, ist er nämlich ein empfindliches Organ. In unserem Alltag setzen wir ihn jedoch häufig vielen Strapazen aus. Falsche Ernährung, Kaffee, Nikotin und Alkohol – all das kann ihm zu schaffen machen. Manchmal sind aber auch akute Krankheitserreger oder chronische Erkrankungen Auslöser für die Beschwerden.

Bauchkrämpfe durch ungesunden Lebensstil: Was dem Magen gar nicht schmeckt

Jegliche Nahrung, die wir aufnehmen, muss erst den Magen passieren, bevor sie in den Darm gelangt. In ihm beginnt sogar schon der Verdauungsprozess: Während Kohlenhydrate und Fette den Magen fast ungehindert durchqueren, werden Eiweiße durch das Enzym Pepsin hier bereits in verdauliche Stücke zersetzt. Leichte Kost wie Obst und Gemüse wandert nach ein bis zwei Stunden in den Darm weiter, Fettiges hingegen verbleibt etwa fünf bis acht Stunden dort. Deshalb liegt uns nach üppigen Mahlzeiten tatsächlich etwas "schwer im Magen". Kein Wunder also, dass dieses Organ rebelliert und in Form von Magenkrämpfen Alarm schlägt, wenn wir es nicht gut behandeln.

Was hilft gegen Magenkrämpfe?

Machen sich solche Symptome – auch in Zusammenhang mit Völlegefühl und Blähungen – bemerkbar, ist das ein Anlass, seine Ernährungsweise zu hinterfragen. Akute Symptome direkt nach dem Verzehr fettiger oder schwer verdaulicher Speisen, die sich im Laufe des Verdauungsprozesses bessern, stehen meist im direkten Zusammenhang mit der Mahlzeit. Hier helfen Wärmflaschen oder das Trinken von Kräutertees bei der Linderung der Beschwerden.

Stellt der Arzt die Diagnose, dass "nur" eine falsche Ernährung hinter den Beschwerden steckt, kann man mit einfachen Mitteln selbst viel für seine Magengesundheit tun. Eine ausgewogene Ernährung ist für die Verdauung äußerst förderlich.

Regelmäßig auf den Teller gehören:
• Gemüse, Obst und Salat – sie sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen.
• Ballaststoffreiche Vollkornprodukte wie Vollkornbrot und weiteres hochwertiges Getreide.
• Gute Fette (zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren) wie Olivenöl.
• Eiweiß aus tierischen Produkten wie Fisch, Eier und Geflügel oder pflanzliche Proteine wie Tofu oder Linsen.
• Sauermilchprodukte wie Joghurt oder Kefir.

Darauf sollte man verzichten oder es nur in Maßen verzehren:
• Gesättigte Fettsäuren und Transfette
• Zu viel Salz
• Weißer Zucker
• Weißmehlprodukte wie Nudeln oder Brot
• Fertigprodukte
• Kaffee
• Alkohol
• Säurehaltige Getränke wie Limonaden
• Süßigkeiten

Ob eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder gar eine Allergie für die Magenkrämpfe verantwortlich ist, kann ein Arzt durch verschiedene Tests in Erfahrung bringen. Auch bei Unverträglichkeiten kann anhand eines speziellen Ernährungsplans und mit geeigneten Rezepten ein genussvoller Speiseplan beibehalten werden. Hier kann eine Beratung beim Experten helfen.

Magenkrämpfe, Übelkeit und Durchfall nach dem Essen

Machen sich wenige Stunden nach dem Essen Symptome wie Magenkrämpfe, Übelkeit und Durchfall bemerkbar, hat man wahrscheinlich verdorbene Speisen konsumiert. In einem solchen Fall klingen die Beschwerden in der Regel nach einigen Stunden oder Tagen ab. Ausgesprochen wichtig ist es jetzt, dass auf die Elektrolytversorgung geachtet wird. Entsprechende Präparate sind in der Apotheke erhältlich. Im Zweifelsfall sollte ein Arzt kontaktiert werden. Bei einem Magen-Darm-Infekt treten solche Symptome ebenfalls auf.

Weitere Ursachen für Magenkrämpfe

Während bei Beschwerden in Verbindung mit Essen, die Ursache häufig schnell selbst identifiziert wird, gestaltet sich dies in anderen Fällen wesentlich schwerer. Treten die Magenkrämpfe immer wieder auf, kann die Ursachensuche komplizierter werden – und es ist ein Gang zum Arzt erforderlich.

Anzeichen für eine Magen-Darm-Erkrankung können Druckgefühl, brennender oder bohrender Schmerz im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen oder Appetitlosigkeit sein. Laut Berufsverband Deutscher Internisten e. V. verursacht meist eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) diese Symptome. Sie ist die Folge eines Ungleichgewichts der Säureproduktion im Magen, die die Schleimhaut angreift – etwa ausgelöst durch Medikamente, Bakterien, Viren, Alkohol oder Nikotin.

Chronische Magenentzündungen sind häufig auf das Bakterium Helicobacter pylori zurückzuführen, das offene Wunden im Magen verursachen kann. Bei über 80 Prozent der Betroffenen eines Zwölffingerdarmgeschwürs wurde dies ebenfalls durch das Bakterium ausgelöst. Um Magenkrebs auszuschließen, sind entsprechende Vorsorgeuntersuchungen von Bedeutung.

Besonders schwierig ist die Ursachensuche bei einer Magenerkrankung, die sich Reizmagen nennt. Hierbei treten Beschwerden auf, ohne dass die Ärzte eine krankhafte Veränderung im Magen feststellen können. Meist haben Patienten schon mehrere Experten besucht, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Welche das genau ist, konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Vermutet wird, dass sich die Ernährung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und psychische Belastungen auf diese Weise bemerkbar machen.

Magenkrämpfe wegen zu viel Stress?

Menschen, die häufiger an Magenkrämpfen leiden und bei denen eine körperliche Ursache ausgeschlossen werden konnte, kennen das wahrscheinlich: Im Urlaub geht es ihnen besser oder die Beschwerden verschwinden sogar vollständig. Ein guter Hinweis darauf, dass zu viel Stress für die Magenkrämpfe verantwortlich ist. Negativen Stress auch im Alltag auf Dauer zu vermeiden, ist ein wichtiger Bestandteil zur Gesunderhaltung unseres Verdauungssystems. Jüngste wissenschaftliche Studien haben zum Beispiel herausgefunden, dass der Darm sehr empfindlich auf solche Reize reagiert. Er wird als "Bauchhirn" bezeichnet, weil er eine extrem wichtige Bedeutung für Immunsystem und Wohlbefinden hat. Die Alarmsignale seines Körpers sollte man deshalb ernst nehmen: Sie können mit anderen Symptomen wie Schlafstörungen oder Kopfschmerzen Warnzeichen sein, die unbeachtet zu psychischen Erkrankungen wie Burn-out führen.

Zehn Tipps, um Bauchkrämpfen vorzubeugen

Der Magen-Darm-Trakt ist also nicht nur lokal in unserer Körpermitte verankert, sondern ein zentrales Element für unser gesamtes Wohlergehen. Er hat es sich verdient, dass wir ihm ausreichend Beachtung schenken:

1. In regelmäßigen Abständen essen – Magen und Darm sind Gewohnheitstiere.
2. Dem Verdauungstrakt zwischen den Mahlzeiten eine Pause gönnen.
3. Langsam essen und dabei gut kauen. Hektisches Schlingen begünstigt Krämpfe.
4. Auf Extremes wie sehr stark gewürzte, salzige, süße oder saure Speisen verzichten.
5. Speiseplan ausgewogen und abwechslungsreich mit hochwertigen Nährstoffen gestalten.
6. Viel trinken – und zwar stilles Wasser oder ungesüßte Kräutertees. Über den Tag verteilt sollten es mindestens zwei Liter kalorienarme Flüssigkeit sein.
7. Dauerstress vermeiden, regelmäßig Pausen und Auszeiten einlegen.
8. Yoga, Achtsamkeitsübungen oder Autogenes Training können bei der Stressreduktion helfen.
9. Etwas für die eigene Fitness tun – am besten an der frischen Luft: Bewegung tut dem Magen gut, baut Übergewicht ab oder beugt diesem vor. Die Entstehung von Folgekrankheiten wie Diabetes wird verhindert.
10. Treten die Beschwerden immer wieder auf, sollte man unbedingt den Arzt aufsuchen. Auch vor einer Magenspiegelung (Gastroskopie) muss man keine Angst haben!

Quellen:
Frohn, B.; Miehlke Prof. Dr., S.: Faszination Darm. Funktion verstehen, Probleme erkennen, Beschwerden behandeln. Gräfe und Unzer Verlag 2018;
Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie: Das Buch für Fort- und Weiterbildung. Georg Thieme Verlag, 2011;
Online-Informationen des Berufsverbands Deutscher Internisten e.V.: internisten-im-netz.de

Autor: Viola Booth

>
Continuar Leyendo… | 2016 SBS Gayo Daejun | More Most Read This Week